FWC - Der Musikreview Podcast

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Transkript

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00:00:10: Es ist Zeit für ein weiteres Vorgespräch, mein lieber Erik.

00:00:13: Du hast durch vieles gehört und ich war auf einem Konzert was sehr passend ist zu unserer nächsten Folge.

00:00:17: deshalb werden wir auch heute über Grimm-Einhundertvier und seine Live-Performance in Köln sprechen.

00:00:22: aber vielleicht erstmal so der Einstieg.

00:00:23: was hast du so zuletzt gehört?

00:00:26: Ey!

00:00:26: Ich hab... Viele wieder schöne kleinere Projekte gehört, die einfach ganz viel Spaß machen.

00:00:32: Und zwar habe ich ganz viel Spass mit der neuen IP von Baran Kok, der Namen ich vermutlich nicht aussprechen darf.

00:00:38: Sie beinhaltet einen homophoben Slur den natürlich nicht verwenden werde aber sie ist sehr witzig und dieser Mann Belebt in mir ganz viel wieder, was ich in manchen Rap-Kreisen lange nicht gespürt hab.

00:00:52: Es ist einfach eine geile aneckenwollende Energie die eigentlich unnötigerweise anneckt bei Leuten weil er macht Sachen die viele Generationen an Rapperinnen schon vor ihnen gemacht haben nur erst schwul und rappt sehr offen darüber in der Fashion Die man halt von vielen Hetero-Rappern und auch RapperInnen gewohnt ist das es halt für manche Novum ist.

00:01:12: da müssen wir nicht überreden dass das Quatsch ist aber eher verkörpert das so perfekt und hat unter anderem einen Song der an Sonnenbank Flavor von Bushido angelehnt ist.

00:01:22: Er heißt Samenbank Flavour, da habe ich mich schon mal im Blick auf die Tracklist checkig gelacht.

00:01:27: Dann kommt er in den Song Scheiß auf Hip-Hop rein mit.

00:01:31: Ich komm nicht straight aus der Hölle!

00:01:33: Ich bin schwul aus der Hölle.

00:01:34: Das ist doch einfach witzig Und davon hatte ganz viele Stereotype.

00:01:39: aufbrechende Ich hab was mit verkappten Typen, die closeted sind und niemals zugehen würden schwul zu sein oder er ist Christdemokrat.

00:01:50: Deswegen blesse ich ihn jetzt mit sexuellen Handlungen.

00:01:53: Es ist einfach so wie Rap sein soll Leute!

00:01:56: Ich finde da wirklich... ich habe das im Kontext von einer sehr viel verspäteten Zugfahrt gehört wo immer eine Minute vor Abfahrt kam noch ne halbe Stunde drauf bevor der überhaupt los ist Und ich bin einfach nur straight up dieses Gleis hoch-und runter gelaufen und hab einfach diese barren Cockypie gehört hatte so einen Spaß dabei.

00:02:11: Das ist großartig!

00:02:12: Dann höre ich das neue Fuckers-Album, sehr gerne die FC Ucares geschrieben werden ein relativ neues elektronisches Projekt was auch wieder von Kenny Beats produziert wird der in jedem Genre die krassesten Sachen macht.

00:02:29: einfach seit was ich wie viele Jahren Und es ist halt eine sehr nice Mischung aus so Danzigen Sachen.

00:02:37: Es ist auch ein bisschen bratty, es ist auch sehr viel mehr lowkey als ich dachte um noch einen Anglitzismus rein zu hauen.

00:02:43: also ihr habt so anhand der Singles gedacht also besonders diese if you want a party come over to my house geht richtig nach vorne und da sind aber auch viele so leisere Momente.

00:02:51: uns ein bisschen garagig wird das auch hier und dar und mache hier so die eine oder andere Breakbeat und das ist einfach ne sehr geile Querbeet-Mischung über ganz viele elektronische Subgenres.

00:03:01: Ich höre das halt so beim Sport machen und es schiebt gut an, hat ab und zu so ein Lacher drin.

00:03:07: Und auch so unerwartete Breaks also diese Leadsingle die ich gerade benannt habe haben vielleicht auch ein paar von euch gehört.

00:03:12: Die kattet einfach mittendrin in den anderen Part.

00:03:15: Man muss erst mal sich auf den Takt einstellen und dann unterbricht der dass einfach geht eine komplett andere Phase wieder rein.

00:03:21: Es wird halt gesagt wenn du Party machen willst komm zu meinem Haus und dann wird quasi der B-Part ist einfach die Vocals von einem Typen der vermutlich sie anruft und sagt I'm in the front, and halt nicht reinkommt in die Party.

00:03:33: Und das wird quasi so gesampelt als der Break bevor es wieder weitergeht in die Partie.

00:03:39: Da ist so viel Kreativität, wird dort sehr groß geschrieben und das macht mir sehr viel Spaß.

00:03:45: Wie gesagt wenn man mal Bock hat auf ein paar jungleige Rhythmen oder so da ist ganz viel Tolles drauf was mir ganz viel Spaß macht.

00:03:52: dann noch eine tolle Rap EP Also Rap und Co von Samara Sin, tolle US-Rapperinnen... ...und Sängerin die ich auch auf dem Splash gesehen habe wo ich sehr von geschwärmt hatte.

00:04:04: Die Tour heißt die und die ist wirklich geil!

00:04:08: Das ist wieder so ein typisches.

00:04:10: neue Artists bringen eine gute Energie mit, tolle Stimme.

00:04:14: Tolle Beats die gepickt werden, sieben Songs, zwanzig Minuten... Ich hatte am Anfang ein bisschen so diese was man bei vielen Artists generell oder ich weil ich ein überkritisches Arschloch bin oft habe dass ich es denke okay jetzt ist so von jedem Vibe ein Song drauf.

00:04:29: also das ist so chilliger.

00:04:31: dann ist da so einer wo mehr gesungen wird und ist da einer wo hart reingegangen wird.

00:04:35: aber das hab ich dann irgendwann ein bisschen abgelegt weil ich gecheckt habe ok sie kann und macht das einfach alles sehr gut, also warum nicht machen.

00:04:42: Also ich weiß nicht, ob klar wird welchen Unterschied ich meine aber man merkt manchen so zweckmäßig an dass sie jetzt mache ich noch ein Beat dahin einen daher Und ihr legt es einfach alles hervorragend.

00:04:52: Deswegen würde ich diese Detour EP auch unbedingt empfehlen.

00:04:55: für alle Rap-Fans

00:04:57: Ja die werde ich auf jeden Fall hören, war ein Cocknat höhlich auch den habe ich ja auch mal live gesehen und war sehr begeistert gerade jetzt beim Letzt genannten bei der EP Da hast du ja beim Splash schon so sehr ausführlich drüber geschwärmt und es ist mir eine Erinnerung geblieben.

00:05:10: Deshalb denke ich, dass das ein guter Einstieg für mich war.

00:05:13: Ehrlich gesagt habe ich damals nicht direkt danach gehört aber jetzt ist es soweit.

00:05:17: manchmal braucht es ja ein bisschen.

00:05:20: Ich war gestern und das ist natürlich auch ein bisschen weil mit der Podcast so am Herzen liegt und ich dachte wie soll ich denn über ein Album sprechen wenn ich den Künstler nicht mit diesem Album live gesehen habe?

00:05:30: Natürlich nach Köln fahre ich da extra von Bonnen, die ganze halbe Stunde

00:05:35: unmenschlich.

00:05:36: Unmenschlich

00:05:36: ja!

00:05:37: Genau um Grimm-Einhundertvier live zu sehen.

00:05:41: und das habe ich gemacht und ich hab mich so drauf gefreut.

00:05:43: Ich habe mich so drauf gefreut, ich war vor drei Jahren auf der Imperium Tour.

00:05:48: Kranjose Tour!

00:05:49: Ich war natürlich oft diversen zugezogen, maskulin Touren... ...ich hab die bei Rock am Regen gesehen.

00:05:53: Das ist eine Band, die hab' ich schon sehr, sehr oft live gesehen und es wird auch vielleicht in der späteren Folge nochmal Thema werden, das ein oder andere Live-Erlebnis von mir aber... Genau, aber jetzt war so ein bisschen okay.

00:06:06: Ich habe die Tickets im Winter gekauft also wirklich so weit im Voraus als Tour angekündigt wurde.

00:06:12: So kurz vor Weihnachten mäßig und da war ja noch gar nicht alles draußen.

00:06:16: was jetzt kam und das ist natürlich immer so ein bischen der Griff ins Ungewisse.

00:06:20: aber bei Grimm denke ich immer so, der funktioniert live einfach den mag ich schon so lange live, hab' ich Bock drauf Und dann bin ich da alleine hin, weil Begleitung abgesagen musste und sich niemand gefunden hat der wirklich Bock drauf hat.

00:06:32: Schere... ...und Zeit!

00:06:35: Da schere?

00:06:36: Ja genau.

00:06:38: Dann bin ich daheim, dachte geil Gute Abend und habe ich gesehen vorakt katana von patina records.

00:06:44: Schau das ist das?

00:06:45: Und so krass war es auch, und ich hab mich natürlich gefragt wie ist das krim publikum?

00:06:49: passt das zu ihr und ihrer musik Zu den?

00:06:53: ja so diese weibliche perspektive Auch eine sehr junge Perspektive auf rap nicht wirklich provokant, aber halt schon so boss-levelmäßige Aussagen was auch sehr geil kommt.

00:07:05: passt das zum Publikum.

00:07:06: Weil da sind ja schon... also Grimm ist jetzt auch schon lange dabei und die Leute werden auch nicht mehr jünger Richtig.

00:07:11: Und die sind halt immer noch am Start und das ist natürlich auch so ein bisschen, wie die Bubble früher mal verschimpft.

00:07:17: als Studentenrap würde ich sagen hat sich ein bisschen aufgelockert.

00:07:20: also Ich habe ein sehr gemischtes Publikum erlebt.

00:07:22: das fand ich sehr angenehm.

00:07:24: es war auch relativ weiblich jetzt nicht mehr als fünfzig Prozent aber schon so dreißig vierzig Prozent der Leute was ich für Rap Konzerte noch eine gute Quote finde.

00:07:33: und Katana wurde ... unfassbar gut aufgenommen.

00:07:36: Das war richtig sweet, also jetzt nicht so dass die Leute so komplett wild gegangen sind... ... aber alle, man hat es richtig gemerkt, die Beats kommen gut an,... ... ihre Ansagen sind irgendwie ganz funny, sie ist auch manchmal mal ein bisschen... lacht sie über sich selber und die haben so Skits eingebaut, irgendwelche Aussagen über Patina Records oder irgendwelchen Atemübungen.

00:07:56: Und das ist alles ... Man merkt es ein bisschen nicht improvisiert aber die haben sich was bei gedacht.

00:08:01: Aber wenn man auf der Bühne steht als Vorakt ist da noch mal was anderes und dann filmt man's vielleicht selber ein bisschen so.

00:08:06: Ja, ist irgendwie funny, kommen wir Lachen drüber!

00:08:08: Dann war das in den ganzen Raum so ein bisschen aufgelockert, die Tracks ging über hart und vor allem hat sie's geschafft Beat nach Beat zu knallen ohne Pausen.

00:08:18: Manchmal konnte gar nicht, obwohl die Leute wollten, nicht applaudiert werden, weil der nächste Beat schon reingeschallert hat und sie den nächsten Dance-Move rausgehauen hat.

00:08:26: So muss das doch.

00:08:27: am Ende kriegst du dann deinen großen Applaus.

00:08:29: aber jetzt wird erst mal gerappt und erstmal gute Laune gehabt.

00:08:32: Dann hat sie ja mittlerweile auch so zwei, drei deepere Tracks die sich auch hintereinander rausgefeuert hat.

00:08:37: Und nur um dann wieder halt mit so härteren reinzukommen.

00:08:39: also das war ein sehr sympathischer Auftritt.

00:08:41: und wieder ich meine wir haben es schon länger gesagt Patina Records das wird schon was mit denen sind auf einem guten Weg und die sind noch ultra jung Geil zu sehen.

00:08:50: Grüße nach Dortmund, NRW.

00:08:51: schaut aus!

00:08:52: Wunderbar und was ich auch sehr sympathisch finde weil das nicht selbstverständlich ist sie wurde angekündigt von Grim selber Der auf die Bühne gekommen ist und sagt, jetzt aus Dortmund.

00:09:01: Hier quasi Lokalpatriotin konnte sich an der Grenze von Niedersachsen nach NRW kommen zurückhalten.

00:09:07: vor Freude als sie das Landestück gesehen hat.

00:09:09: Und jetzt für euch so eine klassische Gründeransage wieder leicht überhört und irgendwie ein wahrer Kern.

00:09:15: Es ist wieder fantastisch genau.

00:09:16: Dann kann ich ja an dieser Stelle weil es mir gerade noch einfällt habe ich auch das neue Patina Records Tape gehört.

00:09:23: Kann ich da kurz einschieben oder soll ich das danach machen?

00:09:26: Es heißt, alle hassen Patina und ich liebe das.

00:09:32: So!

00:09:32: Das war ein kleiner Vorgeschmack und wer noch mehr haben möchte der kann uns auf Patreon oder Steady unterstützen und bekommt da nochmal einen ganzen Batzen mehr an Vorgespräch und allen weiteren Bonus Content.

00:09:43: Vielen Dank fürs Hören.

Über diesen Podcast

»Man spricht viel zu selten wirklich über Musik!« So ungefähr lautete der Grundgedanke als Jan und Eric den Favourite Worst Cast ins Leben gerufen haben. Im Podcast besprechen die beiden Track-by-Track die spannendsten Releases, die der Musik-Kosmos zu bieten hat. Viel Rap, aber auch nischigen Indie und großen Pop - Hauptsache Musik, die etwas in ihnen auslöst. Und genau darüber tauschen sich die beiden im FWC aus. Manchmal akribisch analysierend, manchmal sehr emotional und reflektierend - aber immer mit Ohr fürs Detail. Ein Podcast für alle, die sich in Zeiten kürzer werdender Aufmerksamkeitsspannen gerne Zeit für Musik nehmen.

von und mit Eric Blache & Jan Klefisch | Favourite Worst Cast | Album Reviews, Interviews, Festival Recaps zwischen Deutschrap, Indie, Pop & Post-Punk

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